Planungsratgeber
Text für die Hochzeitseinladung: 30 Beispiele, Zeile für Zeile
Text für die Hochzeitseinladung, Zeile für Zeile: 30 Formulierungen zum Übernehmen, auch für geschiedene oder verstorbene Eltern, dazu Checkliste und Porto.
Vom BrideSpark-Team · 22 Min. Lesezeit

Eine Hochzeitseinladung hat sieben Teile, in dieser Reihenfolge: wer einlädt, die eigentliche Einladung, eure Namen, Datum und Uhrzeit, der Ort, was nach der Trauung passiert, und wie man antwortet. Auf einer förmlichen Karte siezt ihr eure Gäste und sprecht von der „Trauung“, auf einer lockeren duzt ihr sie und schreibt einfach „Wir heiraten“.
Ladet ihr selbst ein, mit Unterstützung eurer Familien, und heiratet nicht in der Kirche, ist das hier schon alles (ein Schrägstrich steht für eine neue Zeile auf der Karte):
Hotels, Dresscode und Wunschliste kommen auf eure Website, nicht auf die Karte. Der Rest dieser Seite bietet rund 30 Varianten zum Übernehmen: für geschiedene, wieder verheiratete, zahlende und verstorbene Eltern, zwei Bräute oder zwei Bräutigame, Hochzeiten ohne Kinder und Feiern nach einer Hochzeit im kleinsten Kreis. Dazu kommen die Regeln für englische Einladungen, falls ein Teil eurer Gäste kein Deutsch spricht, und eine Tabelle der Punkte, bei denen sich die großen amerikanischen Etikette-Ratgeber widersprechen.
Was auf die Hochzeitseinladung gehört, Zeile für Zeile
Wie förmlich ihr formuliert, ändert die Wörter, nicht die Reihenfolge. Ladet ihr selbst ein, sind eure Namen die Gastgeberzeile.
| Zeile | Wozu sie da ist | Förmlich | Locker | Der typische Fehler |
|---|---|---|---|---|
| 1. Gastgeber | Sagt, wer einlädt | Susanne und Thomas Becker | Gemeinsam mit unseren Familien | Nur die Namen einer Familie, ohne mit der anderen zu reden |
| 2. Einladung | Gibt den Ton vor | geben sich die Ehre, Sie zur Trauung einzuladen | Wir heiraten und möchten mit euch feiern | „Sie“ auf der Einladung, „ihr“ auf der Antwortkarte |
| 3. Namen | Wer heiratet | ihrer Tochter Emma / mit Herrn Jonas Wagner | Emma und Jonas | Ein zweiter Vorname bei einem von euch, beim anderen nicht |
| 4. Datum und Uhrzeit | Wann | am Samstag, dem 12. Juni 2027, / um 16:30 Uhr | Samstag, 12.6.2027, 16:30 Uhr | Ein Wochentag, der nicht zum Datum passt |
| 5. Ort | Wo ihr euch das Jawort gebt | St.-Marien-Kirche / Lüneburg | Gut Lindenhof, Lüneburg | Zwei Orte (Trauung und Feier), aber nur eine Adresse |
| 6. Feier | Was danach kommt | und anschließend zum Empfang / auf Gut Lindenhof | Danach wird gegessen, getanzt und gefeiert | „Anschließend Feier“, wenn die Feier woanders stattfindet |
| 7. Antwort | Wie und bis wann | u. A. w. g. bis zum 14. Mai 2027, oder eine Antwortkarte | Sagt uns bis zum 14. Mai auf [eure Website] Bescheid | Keine Frist, oder eine Webadresse, die nicht funktioniert |
Beim Ort sind die amerikanischen Regeln besonders sparsam. Emily Posts förmliche Regeln wollen den Namen der Location, dann Stadt und Bundesstaat ausgeschrieben. WeddingWire ergänzt das Praktische: keine Postleitzahl, und eine Straße nur bei einem Privathaus, weil das niemand über den Namen findet. Heiratet ihr an zwei Orten, etwa im Standesamt und auf einem Gut, nennt beide so, dass man sie findet, auf der Karte oder auf einer Infokarte im selben Umschlag.
Auf traditionellen amerikanischen Karten steht „R.s.v.p.“ allein unten links und heißt: Antwort an die Absenderadresse auf dem Umschlag. Das deutsche Gegenstück ist „u. A. w. g.“ (um Antwort wird gebeten), heute fast immer mit Datum. Sollen die Antworten an eine E-Mail-Adresse oder eine Website gehen, schreibt dazu, wohin und bis wann:
Für die Antwortkarte selbst (Menüwahl, wie viele Plätze ihr reserviert habt) gibt es einen eigenen Ratgeber: Rückmeldung zur Hochzeit: Formulierungen und Fristen. Bei der Website-Adresse sind sich die Fachleute uneins. Emily Post lässt sie von der Einladung weg und setzt sie auf die Antwortkarte oder eine kleine eigene Karte; Paperless Post und Vistaprint setzen einen Link unten auf die Einladung, Vistaprint zusätzlich einen QR-Code. Wir würden einer edlen Papeterie mit Prägung eine eigene Karte gönnen und die Adresse auf alles weniger Förmliche direkt drucken. Auf einer BrideSpark-Website suchen sich Gäste selbst über ihren Namen und öffnen die Rückmeldung ihres eigenen Haushalts, die Karte braucht also nur eine einzige Webadresse.
Förmliche Regeln, auf Deutsch und auf Englisch
Die meisten englischsprachigen Ratgeber paraphrasieren das Emily Post Institute, deshalb haben wir sie daran gemessen. Vier seiner Regeln lohnen sich wirklich, der Rest ist Geschmackssache. Zu jeder steht hier, was sie für eine deutsche Karte bedeutet. Und falls ein Teil eurer Gäste aus dem Ausland kommt und ihr (auch) auf Englisch einladet, habt ihr die Originalregeln gleich dabei.
Das Datum: Ziffern, ausgeschrieben, und kein „and“ im Jahr
Auf Deutsch ist „Samstag, 12. Juni 2027“ auch auf einer sehr förmlichen Karte richtig. Mit „am“ davor habt ihr die Wahl zwischen „am Samstag, dem 12. Juni“ und „am Samstag, den 12. Juni“. Beides ist korrekt, nur nicht beides in derselben Papeterie. Wer das Datum ganz ausschreibt („am zwölften Juni zweitausendsiebenundzwanzig“), sollte es Buchstabe für Buchstabe gegenlesen lassen.
Auf einer förmlichen amerikanischen Karte wird das Datum dagegen immer ausgeschrieben:
Wochentag und Monat groß, das Jahr klein, und kein „and“. Das ist die amerikanische Regel, britisches Englisch macht es anders (siehe unten). Die Tippfehler verstecken sich in den Ordnungszahlen: twelfth, ninth, eighth.
Die Uhrzeit: Ziffern auf Deutsch, Wörter auf Englisch
Schreibt auf einer deutschen Karte Ziffern mit „Uhr“: „um 16:30 Uhr“. „Halb fünf“ versteht jeder, „viertel fünf“ dagegen nicht jeder Gast aus dem Norden als Viertel nach vier.
Englische förmliche Karten machen es umgekehrt. Emily Post will „half after four o’clock“, nicht „half past four“ oder „four-thirty“, und hält „in the afternoon“ für überflüssig. Bei einer Trauung am Vormittag würden wir trotzdem „in the morning“ ergänzen, weil Gäste erwarten, dass eine Hochzeit nach dem Mittagessen beginnt.
| Uhrzeit der Trauung | Englisch, förmlich | Englisch, locker |
|---|---|---|
| 11:00 Uhr | at eleven o’clock in the morning | at 11 a.m. |
| 12:00 Uhr | at twelve o’clock | at noon |
| 14:30 Uhr | at half after two o’clock | at 2:30 p.m. |
| 16:30 Uhr | at half after four o’clock | at 4:30 p.m. |
| 19:30 Uhr | at half after seven o’clock | at 7:30 p.m. |
Unsere Faustregel für englische Karten: „half after“ auf einer Karte mit Prägung, „4:30“ auf allem, wo ein Foto drauf ist.
Sie oder ihr, „honour“ oder „pleasure“
Auf Deutsch entscheidet die Anrede über den Ton. Duzt ihr die meisten eurer Gäste, schreibt „ihr“; die Chefin und der Großonkel kommen damit klar. Wer siezt, braucht für den Freundeskreis eine zweite Fassung, und dann kommt es auf sauber sortierte Umschläge an. Bei „ihr“ entscheidet euch außerdem für groß oder klein. „Euch“ und „euch“ sind beide richtig, weil man die Anrede in Briefen großschreiben darf, aber nicht beides auf derselben Karte.
Im Englischen setzt die Bitte selbst den Ton, und traditionell entscheidet das Gebäude. „The honour of your presence“, auch auf amerikanischen Karten in britischer Schreibweise, gehört in ein Gotteshaus. „The pleasure of your company“ gilt überall sonst, Hotelsäle und Scheunen eingeschlossen. Greenvelope weist darauf hin, dass keine der beiden Zeilen Pflicht ist, und kein Gast wird euch für die „falsche“ einen Punkt abziehen.
Knifflig wird eine religiöse Trauung außerhalb einer Kirche. Eine Nutzerin im Forum von WeddingWire fragte genau das, weil ihr Pastor sie an einem See trauen sollte. Nach dem Buchstaben der Regel heißt es „pleasure“. Ist es bis auf das fehlende Dach ein Gottesdienst, lässt sich „honour“ vertreten, und das sagten ihr auch die meisten Antworten im Thread. So oder so: Nehmt auf der Antwortkarte dieselbe Schreibweise („favour“ oder „favor“).
Namen und Titel
Auf einer deutschen Karte reichen Vor- und Nachname. „Herr und Frau Thomas Becker“ klingt heute nach Geschäftsbrief, „Susanne und Thomas Becker“ nennt beide. Nur in der ganz klassischen Formel bekommt der Bräutigam ein „Herrn“: „zur Trauung ihrer Tochter Emma mit Herrn Jonas Wagner“.
Auf englischen Karten werden Mr. und Mrs. abgekürzt, „Doctor“ aber ausgeschrieben, außer der Name passt sonst nicht in eine Zeile. Laden die Eltern der Braut ein und trägt sie ihren Nachnamen, steht dort nur „Emma“; der Bräutigam bekommt den vollen Namen und einen Titel, „Mr. Jonas Wagner“. Und lasst den Titel einer Frau nicht weg. Emily Post stellt fest, dass heute mehr Frauen „Doctor“ auch privat führen als früher, und schreibt für ein Paar, in dem beide promoviert sind, „Drs. Susanne and Thomas Becker“. Auf Deutsch wäre das „Dr. Susanne und Dr. Thomas Becker“. Ältere Ratgeber, die Bräuten und Müttern raten, den Titel wegzulassen, sind überholt.
Wo sich die Etikette-Ratgeber widersprechen
Wir haben die bestplatzierten englischsprachigen Ratgeber nebeneinandergelegt. Jeder stellt seine Regeln als ausgemacht dar, trotzdem widersprechen sie einander, und manche sich selbst: Joys Ratgeber sagt, auf eine förmliche Karte gehöre „half after“, und druckt dann im eigenen förmlichen Muster „half past two“. Das sind die Streitpunkte, auf die ihr bei einer englischen Karte tatsächlich stoßt.
| Die Frage | Die eine Seite | Die andere Seite | Was wir tun würden |
|---|---|---|---|
| „Half after“ oder „half past“? | „Half after four“ (Emily Post) | „Half past four“ (Zola, Paperlust, WeddingWire) | „Half after“ auf einer traditionellen amerikanischen Karte. Der eigentliche Fehler ist, beides in einer Papeterie zu verwenden |
| „And“ im Jahr? | Nein: „two thousand twenty-seven“ (Emily Post, Joy) | Ja: „two thousand and twenty-seven“ (Paperlust; Zolas Muster nutzen beides) | Nach Land: kein „and“ in den USA; in Großbritannien und Australien sagt man das Jahr so |
| „In the afternoon“? | Nicht nötig (Emily Post, Joy) | Dazuschreiben, der Nachmittag endet um 17 Uhr (Zola); auch Paperlusts Muster schreiben es dazu | Weglassen, außer „in the morning“ bei einer Trauung am Vormittag |
| Was „Reception to follow“ bedeutet | Die Feier ist am selben Ort (WeddingWire) | Sie ist woanders; am selben Ort heißt es „Reception immediately following“ (Paperlust) | Selber Ort: „Reception immediately following“ passt nach beiden Regeln. Anderer Ort: nennt ihn, „and afterward at Gut Lindenhof“ |
| Straße auf der Karte? | Nur Location und Stadt (WeddingWire, Joy, Paperlust) | Emily Posts eigenes Muster druckt die Straße der Feier-Location | Name und Stadt auf die Einladung; Straßen auf eine Infokarte und die Website |
| Ein verstorbener Elternteil | Nicht auf der Einladung, weil nur Lebende einladen können (Emily Posts Muster für einen einzigen lebenden Elternteil lässt den anderen weg) | Unter dem Namen des Paares: „daughter of ... and the late ...“ (Greenvelope, Paperlust) | Die Zeile unter dem Namen. Die Gastgeberzeile bleibt korrekt, und der Elternteil steht trotzdem auf der Karte |
Wer in die Gastgeberzeile kommt
Wer einlädt, steht oben. Das war einfach, als die Eltern der Braut alles bezahlten. Heute kommt das Geld aus mehreren Richtungen, und die meisten Threads auf WeddingWire, die wir dazu gelesen haben, laufen auf drei Situationen hinaus.
Ihr zahlt das meiste selbst, mit Unterstützung. „Gemeinsam mit unseren Familien“ schließt alle ein, ohne eine Rangfolge festzulegen. Will ein Vater unbedingt seinen Namen gedruckt sehen, wägt eine Zeile Text gegen einen Familienstreit ab. Wir würden sie ihm meistens geben, indem beide Elternpaare als Gastgeber auf die Karte kommen (das Beispiel „Beide Familien laden ein“ weiter unten).
Eine Familie hat bezahlt und will nur ihre Namen auf der Karte. Lasst sie einladen und nennt die anderen Eltern in einer Zeile unter dem Namen ihres Kindes. Die vollständige Formulierung steht unten bei den Eltern des Bräutigams.
Geschiedene, wieder verheiratete oder Patchwork-Familien. Jeder einladende Elternteil bekommt eine Zeile, zusammen mit dem neuen Partner oder der neuen Partnerin, falls es sie gibt. Ab mehr als vier Elternzeilen liest sich „Gemeinsam mit unseren Familien“ besser, und niemand muss sich hinten anstellen.
Zeigt den Entwurf vor der Bestellung allen Eltern, auch denen, die nicht darauf stehen.
Formulierungen für die Hochzeitseinladung zum Übernehmen
Alle Beispiele gehen von derselben erfundenen Hochzeit aus: Emma Becker und Jonas Wagner, Samstag, 12. Juni 2027, in Lüneburg. Das erste ist vollständig, danach zeigen wir meist nur die Zeilen, die sich ändern; Datum und Ort bleiben wie im ersten. Wo es eines gibt, folgt der Aufbau Emily Posts Musterkarten, übertragen in deutsche Formulierungen.
Ihr ladet selbst ein
Förmlich, in der Kirche:
Kommt euch das Einladen im eigenen Namen steif vor, hat Emily Post dafür eine unpersönliche Passivform. Das deutsche Gegenstück ist das schlichte „findet statt“:
Mit euren Familien und außerhalb einer Kirche nehmt die Fassung ganz oben. Die lockere Variante:
Die Eltern der Braut laden ein
„Geben sich die Ehre“ ist die klassische, sehr förmliche Formel. Wem sie zu steif ist, schreibt „freuen sich, Sie zur Trauung ihrer Tochter einzuladen“. Die lockere Fassung:
Die Eltern des Bräutigams laden ein
Emily Post nennt auch hier die Braut zuerst. Sollen ihre Eltern ebenfalls auf die Karte, kommt eine Zeile unter ihren Namen. Das ist die Antwort auf „Seine Eltern haben bezahlt und wollen nur ihre Namen darauf“, und sie spiegelt Emily Posts eigenes Muster, in dem die Eltern der Braut einladen und die des Bräutigams in einer „son of“-Zeile erscheinen:
Beide Familien laden ein
Die Familie der Braut steht zuerst, und ihr bekommt beide den vollen Namen ohne Titel, wie in Emily Posts Muster:
Geschiedene oder wieder verheiratete Eltern
Geschieden, keiner wieder verheiratet, beide laden gemeinsam ein. Jeder bekommt eine eigene Zeile ohne „und“, denn „und“ steht für ein Ehepaar. Traditionell steht die Mutter zuerst. Emmas Nachname taucht auf, weil ihre Mutter ihn nicht mehr trägt:
Beide wieder verheiratet, alle vier laden ein. Das ist Emily Posts eigenes Muster, mit Mutter und Stiefvater zuerst:
Mutter und Stiefvater laden ein:
Emily Post schreibt hier „her daughter“, also die Tochter der Mutter, nicht „their daughter“. Im Deutschen erledigt sich die Frage von selbst, denn „ihrer Tochter“ kann beides heißen. Und wenn die Elternzeilen anfangen, wie der Briefkopf einer Anwaltskanzlei auszusehen:
Wenn ein Elternteil gestorben ist
Streng genommen können nur Lebende einladen. Emily Posts Muster für einen einzigen lebenden Elternteil lässt den anderen einfach weg:
Wer den Namen trotzdem auf die Karte bringen will, ohne diese Regel zu brechen, gibt ihm eine Zeile unter dem eigenen, wie Greenvelope und Paperlust es vorschlagen:
Ist der Verlust frisch und das Wort „verstorben“ gedruckt schwer zu ertragen, gibt es eine sanftere Fassung. In einem WeddingWire-Thread genau zu diesem Thema nahm eine Braut, die ihre Mutter verloren hatte, „Together with their parents“, also „gemeinsam mit ihren Eltern“. Das schließt alle ein, ohne etwas auszusprechen:
Im Kirchen- oder Ablaufheft ist Platz für mehr als eine Zeile, und mehrere Antworten im selben Thread schlugen vor, dort an den Elternteil zu erinnern.
Zwei Bräute oder zwei Bräutigame
Keine Regel sagt, wessen Name zuerst steht. Paperlust löst es alphabetisch nach Vornamen, Greenvelope sagt: alphabetisch oder so, wie es besser klingt. Das Kind der einladenden Familie zuerst ist genauso fair. Danach behaltet ihr die Reihenfolge überall bei, bis zum Willkommensschild.
Religiöse Trauungen
Für eine katholische Trauung mit Brautmesse ergänzt Emily Post unter dem Namen des Bräutigams eine Zeile, die zur Mitfeier der Messe einlädt. Auf Deutsch:
Bei einer jüdischen Hochzeit nennt Emily Post nur einen Unterschied: „and“ statt „to“ zwischen euren Namen, auf Deutsch also „und“ statt „mit“:
Die Bräuche unterscheiden sich von Gemeinde zu Gemeinde stark, zeigt den Entwurf also vor der Bestellung der Person, die euch traut.
Standesamtliche Trauung
Traut euch das Standesamt, lasst Formeln wie „vor Gott“ oder „den heiligen Bund der Ehe“ weg. Neben einer standesamtlichen Trauung wirken sie seltsam.
Heiratet ihr erst im Standesamt und am nächsten Tag kirchlich oder mit einer freien Trauung, gehören beide Termine auf die Karte, sofern ihr zu beiden einladet:
Locker
Lockere Formulierungen haben eine Regel, die die förmlichen Ratgeber übergehen: Wählt eine Perspektive und bleibt dabei. „Emma und Jonas laden euch ein“ funktioniert, „Wir würden uns freuen, wenn ihr kommt“ auch. „Emma und Jonas würden sich freuen, wenn ihr mit uns feiert“ funktioniert nicht. Im britischen Forum Mumsnet fragte eine Nutzerin nach fast genau diesem Satz, und der Rat lautete, nicht mitten im Satz von der dritten in die erste Person zu wechseln.
Bei einem Privathaus gehört die vollständige Adresse auf die Einladung selbst, denn niemand findet es über den Namen.
Ohne Kinder
Den größten Teil erledigt der Umschlag. Nach Emily Post bestimmen die Namen darauf, wer eingeladen ist: Steht dort „Sandra und Paul Bauer“, sind die Kinder nicht gemeint. Auf deutschen Umschlägen schließt „Familie Bauer“ dagegen die Kinder mit ein. Nicht jeder liest Umschläge so genau, sagt es also noch einmal auf der Antwortkarte oder der Website. Soll es doch auf die Einladung, rät Greenvelope, die Zeile aus der förmlichen Formulierung herauszuhalten, unten bei den Details und ohne Ausrufezeichen. Debrett’s, der britische Etikette-Ratgeber, schlägt für die Einladung oder ein Infoblatt Sätze wie diese vor, hier auf Deutsch:
Sind Kinder bei der Trauung willkommen, aber nicht bei der Feier, sagt genau das. Im Englischen erledigt das „Adult reception to follow“: Nur die Feier ist ohne Kinder (Greenvelope). Debrett’s schreibt es aus:
Einladung nur zur Feier oder zum Abend
Wenn bei dieser Feier niemand euer Jawort miterlebt, schreibt nicht „zur Trauung“, als ob doch. Eine Antwort in einem WeddingWire-Thread über Feiern ohne Trauung sagt dasselbe: Es klingt, als würde dort geheiratet. Das Wort „nachfeiern“ löst das, genauso ein Empfang „zu Ehren von“ euch beiden:
Für Abendgäste nennt den Beginn am Abend und lasst die Trauung auf ihrer Karte weg, damit niemand um 16:30 Uhr vor der Kirche steht und auf das Jawort wartet:
Ihr habt allein geheiratet, gefeiert wird später
Inside Weddings trifft es: Sagt offen, dass ihr ohne Gäste geheiratet habt, verkündet die Ehe und ladet auf derselben Karte ein, lasst die Wunschliste weg und meidet die Wörter „Hochzeit“ und „Trauung“. Auf Deutsch heißt das vor allem: keine Einladung „zur Trauung“, und „Hochzeit“ nur so, dass klar ist, dass sie schon war. Das Wort „Trauung“ würden wir nur zurückholen, wenn ihr euch vor allen noch einmal das Versprechen gebt, und es dann beim Namen nennen: eine Erneuerung des Eheversprechens.
Wenn ihr am selben Tag vorher nur mit der Familie heiratet:
Englische Einladungen für Gäste aus Großbritannien, Irland, Australien und Neuseeland
Debrett’s beschreibt eine traditionelle britische Form, die sich von der amerikanischen in kleinen, sichtbaren Details unterscheidet. Sind eure Gäste mit britischen Konventionen aufgewachsen, ist das die Fassung, die für sie richtig aussieht:
Was sich ändert:
- „The pleasure of your company“, auch bei einer kirchlichen Trauung. Debrett’s eigenes Muster nutzt es für eine Trauung in der St Paul’s Church in Knightsbridge.
- Keine Punkte nach Mr und Mrs, wie in den Mustern von Debrett’s.
- Das Datum in Ziffern mit Ordinalendung („Saturday 12th June 2027“) und die Uhrzeit als „3 o’clock“. Wer das Jahr doch ausschreibt: „two thousand and twenty-seven“ ist normales britisches Englisch.
- Der Name des Gastes wird mit Tinte von Hand oben links eingetragen.
- Die Einladungen gehen mindestens 12 Wochen vor der Hochzeit raus, wo amerikanische Ratgeber sechs bis acht Wochen nennen.
Debrett’s ergänzt, es gebe „keine festen Regeln und keine ‚richtigen‘ oder ‚falschen‘ Stile“, ein Satz, den man für Verwandte mit starken Meinungen zu Schriftarten parat haben sollte.
Was nicht auf die Hochzeitseinladung gehört
Emily Posts Liste ist kurz: keine Geschenke, keine Wunschliste, keine Kleiderordnung. Die einzige Ausnahme ist „Black tie“, das unten rechts auf einer Einladung zur Feier stehen darf. Alles andere, was Gäste wissen müssen, hat einen besseren Platz.
| Angabe | Wohin sie gehört |
|---|---|
| Wunschliste, Hochzeitskasse, „Bitte keine Geschenke“ | Eure Website |
| Dresscode über „Black tie“ hinaus | FAQ auf der Website oder eine Infokarte |
| Hotels, Zimmerkontingente, Shuttle, Parken | Infokarte und Website |
| Willkommensdrinks, Brunch am Tag danach | Website oder eine eigene Karte für die Eingeladenen |
| Begleitungen und Kinder | Zuerst der Umschlag, dann Antwortkarte und Website |
| Menüwahl | Die Antwortkarte |
Wie ihr Wunschliste, FAQ und Anreise formuliert, steht in Was auf die Hochzeitswebsite gehört.
Korrekturlesen und Porto: die Fehler, die Geld kosten
Die Druckerei druckt, was ihr freigebt, und irgendeine Großmutter wird die Karte mit ihrem Kalender abgleichen. Bei der Recherche für diesen Ratgeber haben wir auf zwei der bestplatzierten englischsprachigen Ratgeber Musterkarten gefunden, deren Wochentag nicht zum Datum passte. Geht diese Liste mit dem letzten Korrekturabzug durch:
- Prüft den Wochentag im Kalender, nicht aus dem Gedächtnis oder aus einer Vorlage.
- Schreibt jeden Namen so, wie die Person ihn selbst schreibt, mit Bindestrich, Umlaut und Akzent, wo sie hingehören. Behandelt euch beide gleich: beide zweiten Vornamen oder keinen.
- Lest ausgeschriebene Zahlen Buchstabe für Buchstabe. Auf Englisch sind twelfth, ninth, eighth und twenty-first die üblichen Opfer, auf Deutsch Ungetüme wie „zweitausendsiebenundzwanzig“.
- Bleibt überall bei einer Form: „Sie“ oder „ihr“, „Euch“ oder „euch“, auf Einladung, Antwortkarte und Website. Auf einer englischen Karte gilt das für „honour“ oder „honor“ und „favour“ oder „favor“.
- Mischt die Tonlagen nicht. Ein ausgeschriebenes Jahr neben „4 p.m.“ liest sich auf einer traditionellen Karte „wie ein Versehen“, schreibt Greenvelope. Auf Deutsch gilt das genauso für „zweitausendsiebenundzwanzig“ neben „16 Uhr“.
- Achtet darauf, dass die Rückmeldefrist auf Einladung, Antwortkarte und Website dieselbe ist.
- Tippt die Webadresse genau so ins Handy, wie sie gedruckt ist, und scannt den QR-Code mit zwei verschiedenen Handys.
- Sucht nach einem „und“ zwischen geschiedenen Eltern und nach Apostrophen in Familiennamen im Plural („die Beckers“, nie „die Becker’s“).
- Lasst jemanden, der mit der Hochzeit nichts zu tun hat, die Karte laut vorlesen. Dann lest sie selbst von der letzten Zeile nach oben, damit euer Kopf keine Lücken auffüllt.
- Lasst eine komplett bestückte Einladung bei der Post wiegen, bevor ihr Briefmarken kauft, wie Emily Post rät.
Spart ihr euch den letzten Punkt, wird es teuer, denn die Form zählt so viel wie das Gewicht. Bei der Deutschen Post (Preise und Formate, geprüft im Oktober 2026) gibt es Standardbrief (0,95 €, bis 20 g) und Kompaktbrief (1,10 €, bis 50 g) nur in Rechteckform: höchstens 12,5 cm breit, und die Länge muss mindestens das 1,4-Fache der Breite betragen. Ein quadratischer Umschlag ist deshalb immer ein Großbrief und kostet 1,80 €. 100 quadratische Einladungen kosten also 180 € statt 95 €. Ein C6-Umschlag (16,2 × 11,4 cm, Verhältnis 1,42) geht als Standardbrief durch, solange er höchstens 20 g wiegt und 5 mm dick ist, und bis 50 g und 1 cm als Kompaktbrief.
In den USA ist die Falle dieselbe. Zu den Schalterpreisen der USPS (Notice 123, gültig seit 4. Oktober 2026, geprüft im Oktober 2026) kostet ein frankierter Brief bis 1 oz (gut 28 g) 0,82 $ und bis 2 oz 1,11 $. Nach DMM 101 gilt ein Brief, dessen Länge geteilt durch die Höhe unter 1,3 oder über 2,5 liegt oder der Verschlüsse, Bänder, ungleichmäßige Dicke oder zu viel Steifheit hat, als „nonmachinable“ und kostet 0,49 $ Zuschlag. Ein quadratischer Umschlag hat das Verhältnis 1,0, eine quadratische Einladung bis 1 oz kostet also 0,82 $ + 0,49 $ = 1,31 $: 131 $ für 100 statt 82 $. Wird sie schwerer als 1 oz, sind es 1,60 $ pro Stück. Ist das Quadrat größer als 6 1/8 Zoll (rund 15,6 cm), ist es gar kein Brief mehr: USPS berechnet es als Large Envelope, ab 1,69 $. Ein Umschlag von 7 1/4 × 5 1/4 Zoll (Verhältnis 1,38) besteht den Formtest. Wachssiegel stehen in keiner der beiden Preislisten, aber ein Siegel oder eine Schleife kann einen Brief in den USA zum Sonderfall und in Deutschland zu dick für den Standardbrief machen. Lasst also am Schalter entscheiden, bevor ihr hundert Briefmarken kauft.
Das alles setzt voraus, dass ihr jede Adresse habt, und das dauert meist länger als der Text. Wie das geht, steht in Adressen für die Hochzeitseinladungen sammeln.
Gestaltet ihr eure Karten in BrideSpark, stehen eure Namen und euer Datum aus euren Hochzeitsdaten in jedem Design (auf der Einladung auch Uhrzeit und Location). Ein falsch geschriebener Name, einmal korrigiert, ist also auf Einladung, Save the Date und Menükarte korrigiert. Eine Zeile, die ihr von Hand tippt, etwa ein ausgeschriebenes Datum, braucht weiterhin eure Augen. Alle 20 Designs zum Ausdrucken könnt ihr kostenlos als druckfertige PDFs in 24 Stilen herunterladen, drucken lassen ist optional.
Häufige Fragen
Wessen Name steht auf der Hochzeitseinladung zuerst?
Nach klassischer Etikette der Name der Braut. In Emily Posts Mustern steht sie sogar dann vorn, wenn die Eltern des Bräutigams einladen. Zwei Bräute oder zwei Bräutigame können jede Reihenfolge wählen; alphabetisch nach Vornamen ist die übliche Lösung. Nehmt dieselbe Reihenfolge auf Einladung, Website und Kirchenheft.
Schreibt man in der Hochzeitseinladung „euch“ oder „Euch“?
Beides ist richtig. „Du“ und „ihr“ werden kleingeschrieben, in Briefen darf man sie aber großschreiben, und eine Einladung ist im Grunde ein Brief. Entscheidet euch für eine Variante und nutzt sie auf jedem Teil, Antwortkarte und Website eingeschlossen. Auf englischen Karten stellt sich dieselbe Frage bei „honour“ und „honor“: Traditionelle amerikanische Einladungen nehmen die britische Schreibweise, „honor“ ist aber nicht falsch.
Wie schreibt man das Datum auf die Hochzeitseinladung?
Auf Deutsch ist „Samstag, 12. Juni 2027“ auch auf förmlichen Karten richtig; mit „am“ davor geht „am Samstag, dem 12. Juni 2027“ genauso wie „den 12. Juni“. Auf einer förmlichen amerikanischen Einladung wird das Datum ausgeschrieben, das Jahr klein und ohne „and“: „two thousand twenty-seven“, wie das Emily Post Institute rät. Debrett’s traditionelle britische Form setzt das Datum dagegen in Ziffern („Saturday 12th June 2027“), und wo das Jahr in Großbritannien, Irland oder Australien ausgeschrieben wird, ist „two thousand and twenty-seven“ normal. Auf einer lockeren Karte sind Ziffern ohnehin in Ordnung, solange auch die Uhrzeit in Ziffern steht.
Darf unsere Hochzeitswebsite auf die Einladung?
Die strenge Etikette sagt nein: Emily Post setzt sie auf die Antwortkarte oder eine kleine separate Karte. Papeterie-Anbieter wie Paperless Post und Vistaprint schlagen einen Link unten auf der Einladung vor, Vistaprint zusätzlich einen QR-Code. Wir würden das bei allem tun, was keine hochförmliche Papeterie mit Prägung ist.
Wie erwähnen wir einen verstorbenen Elternteil auf der Hochzeitseinladung?
Nennt ihn in einer Zeile unter eurem Namen, etwa „Tochter von Susanne Becker und dem verstorbenen Thomas Becker“, denn nach traditioneller Etikette können nur lebende Eltern einladen. Wenn „verstorben“ zu weh tut, schließt „gemeinsam mit ihren Eltern“ alle ein, ohne es auszusprechen.
Wie schreibt man „ohne Kinder“ auf die Hochzeitseinladung?
Adressiert den Umschlag nur an die eingeladenen Erwachsenen, denn die Namen darauf bestimmen, wer eingeladen ist. Sagt es dann freundlich auf der Antwortkarte oder der Website: „Leider können wir zu unserer Hochzeit keine Kinder einladen. Wir hoffen sehr, dass ihr trotzdem dabei sein könnt.“ Auf der Einladung selbst gehört so ein Satz nach unten, getrennt von der förmlichen Formulierung.
Wann verschickt man die Hochzeitseinladungen?
In den USA sechs bis acht Wochen vor der Hochzeit (Emily Post), in Großbritannien mindestens 12 Wochen vorher (Debrett’s). Wir würden uns eher an die 12 Wochen halten, vor allem bei einer Sommerhochzeit. Hochzeiten im Ausland brauchen mehr Vorlauf, damit Gäste ihre Reise buchen können; siehe wie ihr eine Hochzeit im Ausland plant. Save the Dates gehen Monate früher raus, Beispiele dafür stehen in unserem Ratgeber zu Save-the-Date-Texten.
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